Karte nicht verfügbar

Adresse
Antoniusweg 38
Haltern am See
Nordrhein-Westfalen

45721
Deutschland


Seit 1995 ist das Heimathaus in der Zeit von Ostern bis Anfang November an jedem Dienstag-Nachmittag geöffnet.
In der Zeit von ca. 14 Uhr bis 18 Uhr stehen fleißige Helferinnen und Helfer bereit, die Gäste aus der näheren und weiteren Umgebung mit frischem Kuchen und Kaffee bzw. kalten Erfrischungsgetränken zu versorgen. Ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Auto, ob allein, mit Freunden oder in Gruppen sind alle zu einer Rast im Heimathaus herzlich willkommen.
Natürlich können Sie dabei auch alle Räumlichkeiten und Ausstellungen kostenlos besichtigen.
In einen weihnachtlichen Winterwald verwandelt sich das Haus alle 2 Jahre während unserer Krippenausstellung.

Das Haus

Das Lippramsdorfer Heimathaus ist ein typisches niederdeutsches Hallenhaus. Diese Bauweise hat sich etwa im 7./ 8. Jahrhundert entwickelt und durchgesetzt. Nach der bis dahin dezentralen Unterbringung von Mensch, Vieh und Vorräten hatte man nun alles unter einem Dach.
Das Heimathaus war ursprünglich ein Dreiständerhaus, sechs Gebinde lang (ca. 10 m), welches später um etwa zwei Gebinde nach Norden und 1923/24 mit einem Anbau nach Süden verlängert wurde. Die erste urkundliche Erwähnung des Hauses datiert aus dem Jahre 1749. Da es zu dieser Zeit bereits gestanden hat, ist es zu vermuten, dass es nach dem 30-jährigen Krieg errichtet wurde.
Für diese Annahme sprechen einige Gründe:
Es wurde wenig frisches neues Holz verwendet. Einige Balken zeigen deutliche Brandspuren.
Ein Indiz dafür, dass das Holz mit Feuer in Berührung gekommen ist. (Im 30-jährigen Krieg wurden oft Häuser von marodierenden Soldaten angezündet, wenn diese auf den Höfen nichts zu essen fanden.)
Im Holz eingebrachte Bundzeichen, Bohrungen und Taschen zeigen deutlich, dass das verwendete Holz einmal in einem oder mehreren anderen Häusern als Bauholz gedient hat.

 

Die Räume im Haus

Der größte Raum im Haus ist zweifellos die Tenne, der frühere Arbeits- und Wirtschaftsraum der Hausbewohner. Hier wurde das Vieh versorgt, die Ernte eingefahren und zum Teil verstaut, das Korn gedroschen, es wurde Garn gesponnen und es wurden sicherlich auch Feste gefeiert.
Westlich davon befindet sich, etwas tiefer gelegen, der Kuhstall, der allerdings in der ursprünglichen Form wesentlich niedriger war. Die Kühe früher waren viel kleiner als heutige.
über dem Kuhstall liegt die Hille, auf der in den Anfängen die Mägde, manchmal auch die Kinder geschlafen haben, bis später einfache Kammern die Hille als Schlafplatz abgelöst haben. Die Hille war nur über eine Leiter zu erreichen. Die Mägde besorgten die Milchwirtschaft; dazu gehörte auch das Ausmisten und Einstreuen des Kuhstalls sowie das Buttern.
Gegenüber lagen der Pferde- und Schweinestall. Auch die Knechte schliefen auf der Hille über dem Pferdestall. Die Knechte versorgten die Pferde und waren in der Hauptsache für die Feldwirtschaft zuständig. über der Tenne und den Hillen liegt der Balken oder Boden. Hier wurde die Ernte, (vorwiegend Korn) eingelagert und im Winter portionsweise nach Bedarf für den Gebrauch auf die Tenne geholt und verarbeitet.

 

Das Flett (Der heutige Eingangsbereich)

Das Flett ist heute ein von der Tenne abgetrennter Raum. Wann die Mauer eingezogen wurde, ist unbekannt. Das Flett war der Küchenbereich des Hauses mit dem an der Außenwand gelegenen Herdfeuer. Hier hatte die Bäuerin das Sagen, hier hatte der alte Öhm seinen warmen Kaminplatz. Oft saßen die Familie und das Gesinde am Herdfeuer und erzählten Dönkes und Schauergeschichten.

 

Der Geschichtsraum

Der Geschichtsraum im Heimathaus ist über die steile Treppe vom Flett aus zu erreichen. Es Handelt sich um die Upkammer, den Raum über dem Keller. Hier präsentiert der Heimatverein die Geschichte des über 1100 Jahre alten Ortes Lippramsdorf.

 

Der Dachboden

Der Dachboden, auch Speicher oder einfach Balken genannt (der Raum auf den Balken), diente der Einlagerung der Ernte, vorwiegend des Korns. Die trocken eingefahrene Ernte wurde vom in der Tenne stehenden Erntewagen mit Gabeln zum Balken hochgestakt und unter dem Dach verstaut. Von dort nahm man regelmäßig eine Gebrauchsmenge, meist ein Wochenvorrat, auf die Tenne und drosch das Korn aus. (s. Hinweis Dreschen mit Dreschflegeln auf der Tenne)
Heute nutzt der HVL diesen Raum zur Dauerausstellung alter bäuerlicher Geräte sowie teilweiser Werkstätten, z.B. Schuhmacher-, Holzschuhmacher und Sattlerwerkstatt. Berufe, wie sie früher in fast allen Dörfern vorhanden waren.
Dazu zeigt der HVL verarbeitende Geräte der Milchwirtschaft und einen Einblick in die „große Wäsche“, wie sie vor Erfindung der Waschautomaten bewältigt wurde.
Sehenswert ist die Präsentation der längsten Gästekarte der Welt, mit der Lippramsdorf anlässlich der 1100 Jahrfeier sechs Jahre im Guinness-Buch der Rekorde vertreten war. Sie hat eine Länge von 8,47 m und ist ca. 1,20m breit.

 

Kommende Veranstaltungen

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10